Was ist “Szenografie”? Der in den romanischen Ländern eher geläufige Ausdruck “Szenografie” hat sich in den letzten Jahren auch im deutschen Sprachraum mehr und mehr durchsetzen können. Zwar sind es immer noch die Tätigkeiten von Bühnenbildnern, Theaterarchitekten, Production- oder Setdesignern, Ausstellungsmachern oder Museumsgestaltern, die gemeint sind, wenn man von “szenografischer Gestaltung” spricht. – Wobei Szenografen hier als Dramaturgen, Choreografen, Regisseure, kreative Projektmanager fungieren. – Doch heißt “szenografisch” zu arbeiten und zu denken auch, dass Ausstellungsmacher Musiktheater inszenieren, Choreographen Sportevents, Kommunikationsdesigner Expo-Pavillons, Bühnendramaturgen den Christopher Street Day. Wahlweise und ohne feste disziplinäre Zuschreibung, aber in der festen Überzeugung, dass zwischen unterschiedlich eingesetzten szenografischen Einzelkompetenzen insgesamt enge Verwandtschaftsverhältnisse bestehen.
Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “”Scenographers´ Symposium” bemühen wir uns, alle zwei Jahre ein interdisziplinäres Gespräch zu Themen der Inszenierung und die sie leitenden Szenografien zu ermöglichen. Dies steht zwar im Zusammenhang unserer Masterausbildung “Szenografie und Kommunikation” in Dortmund, beschränkt sich aber keinesfalls auf Themen von Kunst, Gestaltung und Design. Das erste Symposium, Zum Kontext von Inszenierung und Ereignis, stand unter der Überschrift “Theatralität, Intermedialität, Erweiterter Raum” und fand im Jahr 2007 statt. Das zweite widmete sich im Dezember 2009 dem Thema “Inszenierung von Vertrauen”. (Über die weiteren Symposien gibt der entsprechende Menupunkt Auskunft.)
Der Veranstaltungsreigen im Biennaletakt versteht sich als Ergänzung und Kontrapunkt zum Baseler “Scenographers´Festival”, das – ebenfalls alle zwei Jahre – den Stand der szenografischen Projekttätigkeit präsentiert, mit Blick auf die professionelle Praxis ebenso wie auf die des Nachwuchses an den europäischen Kunst- und Gestaltungshochschulen.
Heiner Wilharm 2009